Einstellung des pneumatischen ALB's

Einbaurichtlinien

Der ALB ist werkseitig auf keine bestimmten Federungs- und Bremsdrücke eingestellt und muss auf die erforderlichen Druckwerte vom Fahrzeughersteller (ALB-Hinweisschild) eingestellt werden. Die Einstellung (Diagramm oder ALB-Drehpunkt-Rechner) wird an einem mechanischen und pneumatischen Teil vorgenommen.

Mechanischer Teil

Einstellung des Drehpunktes ( X

1. Stellzylinderhub mit Hilfe des Diagramms ermitteln

Diagram pneu LSV.PNG

2. Zwischenwert mit der Formel berechnen

Formel für Zwischenwert:

   (Balgdruck beladen - Balgdruck leer) x 36

   _________________________________

   Stellzylinderhub

 

Beispiel:

   (5 - 1,5) x 36

   __________     --> Zwischenwert = 5,14


   24,5

Formula pneu LSV.PNG

3. Drehpunkt ( X ) für Übersetzungshebel aus der Drehpunktskala ermitteln:

scale for pivot point.PNG

Beispiel

  • P1 = 6.0 bar, P2 leer = 2.0 bar.

Mit Kurve P1 = 6.0 bar, wird Schnittpunkt mit P2 = 2.0 bar gebildet, Schnittpunkt mit Skala Stellzylinderhub verbinden, ergibt 24,5 mm Stellzylinderhub

 

  • Federungsdruck beladen P41, 42 = 5.0 bar, Federungsdruck leer P41, 42 = 1.5 bar, ergibt 5,14 Zwischenwert
  • Lotrecht über dem Betrag des ermittelten Zwischenwertes kann auf der Drehpunktskala der Drehpunkt ( X ) für den Übersetzungshebel abgelesen werden, ergibt 30 mm Drehpunkt

Alternative Methode mit unserem ALB-Drehpunkt-Rechner

  • Drehpunkt ( X ) entsprechend ermitteltem Maß einstellen:

 

 

Deckel G entfernen, mit Sechskantschlüssel SW 14 die beiden Muttern zwischen Übersetzungshebel und Festlager festhalten, mit Sechskantschlüssel SW 17 Gegenmuttern am Übersetzungshebel und Festlager lösen und Drehpunkt auf ermitteltes Maß Abstand X einstellen. Zunächst Mutter vom Festlager festziehen, Übersetzungshebel vermitteln (mittig zu den Rückstellfedern bei 90° - Stellung zur Längsachse des ALBs; eventuell Vorspannung der Rückstellfedern durch Linksdrehen der Einstellschraube F zurücknehmen), Mutter SW 17 am Übersetzungshebel mit ca. 12-13 Nm festziehen.

Pneumatischer Teil

Einstellung des Ausgangsdruckes P2 leer:

  • Anschlüsse 1, 41, 42 auf P =0 bar entlüften.
  • Gummikappe A demontieren
  • Imbus SW 5 in Schraube B ansetzen, Gleitstück C gegen Federkraft verschieben und prüfen, ob automatisch Rückstellung erfolgt. Erfolgt Rückstellung nicht: Faltenbalg D demontieren. Kontermutter E lösen, mit Schraube F Federn so weit vorspannen, bis Rückstellung des Gleitstückes C in Ausgangslage erfolgt.
  • Schraube B so weit verdrehen, bis bei Einsteuerung des Bremsdruckes P1 in Anschluss 1 der gewünschte Ausgangsdruck P2 leer aus Energieabfluss 2 ausgesteuert wird. Vor der Einstellung an Schraube B muss Anschluss 1 jeweils auf P1 = 0 bar entlüftet werden.

Links drehen an B erhöht P2

Rechts drehen an B vermindert P2

Pneu LSV Internal with letters.PNG

  • Anschluss 1 auf P1 = 0 bar entlüften. Federungsdruck P41, 42 leer in Steuerzylinder einsteuern.
  • Bremsdruck P1 in Anschluss 1 einsteuern, der Ausgangsdruck P2 leer muss dem zuvor eingestellten Wert entsprechen. Ist der Ausgangsdruck P2 leer höher, wieder Rückstellfeder im Steuerzylinder mit Schraube F gerade so weit vorspannen, bis bei Einsteuerung von P1 der gewünschte Ausgangsdruck P2 leer ausgesteuert wird (nicht zu stark vorspannen).
  • Anschluss 1 auf P1 = 0 bar entlüften. Federungsdruck P41, 42 leer um ca. 0,7 bar erhöhen, Bremsdruck P1 in Anschluss 1 einsteuern, der aus Anschluss 2 ausgesteuerte Druck muss nun geringfügig höher sein als P2 leer. Wird kein höherer Druck ausgesteuert, dann ist die Federvorspannung der Rückstellfedern zu hoch. Zur Korrektur Einstellschraube F soweit herausdrehen, bis gewünschte Änderung des Ausgangsdruckes erfolgt (Federn nicht zu stark entspannen, zur Kontrolle P2 leer nochmals prüfen), Kontermutter E festziehen.
  • Gummikappe A und Faltenbalg D sowie Schutzdeckel G wieder montieren. Ausgangsdruck P2 beladen prüfen:
  • Federungsdruck P41, 42 beladen in Steuerzylinder einsteuern, Bremsdruck P1 in Anschluss 1 einsteuern, der Ausgangsdruck P2 muss dem auf dem ALB - Hinweisschild bzw. Bremsberechnung, Fahrzeug - Hersteller oder Achsen - Hersteller angegebenen Werte entsprechen, in der Regel P1 = P2.   
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