EB+ Systembeschreibung

Das System EB+ Gen3 dient zur elektropneumatischen Steuerung der Bremsen von Anhängern, Aufliegern und Zentralachsanhängern und bietet integrierte elektronische ALB-Regelung und eine Antiblockierfunktionalität. Es beinhaltet die erforderlichen Komponenten zur Gewährleistung der Kompatibilität sowohl bei elektronischen und pneumatischen Steuersignalen als auch ausschließlich pneumatischen Steuersignalen seitens der Zugmaschinen.

Zusätzlich zur normalen Bremssteuerung umfasst das EB+ Gen3 auch ein Überrollschutzsystem. Dieses nutzt neben den vorhandenen Sensorvariablen einen Querbeschleunigungssensor, um zu erkennen, ob sich das Fahrzeug zu nah an der Überrollschwelle befindet. Im Rahmen des Erkennungsprozesses werden auch schwache Bremstestimpulse genutzt, und bei Bedarf wird das Fahrzeug durch automatisch herbeigeführtes Bremsen bis unter die Überrollschwelle verlangsamt. Der Querbeschleunigungssensor kann in die ECU integriert oder extern installiert sein.

Neben den Funktionseinheiten für die Bremssteuerung umfasst die Steuerungseinheit auch Zusatzfunktionen wie die Rückstellung auf die richtige Fahrhöhe sowie zwei CAN-Schnittschnittstellen, die von anderen Systemen genutzt werden können.

Das Hauptsystem besteht aus einer Elektronikeinheit (ECU) und einer Modulatorbaugruppe mit einem elektromagnetischen Bremsbetätigungsventil, zwei magnetbetriebenen Relaisventilen sowie Drucksensoren zur Überwachung des Drucks in der pneumatischen Steuerleitung, in den Bremszylinderanschlüssen, im Behälter und für den Luftfederungsdruck.

Systemextern angeordnet sind zwei oder vier Radsensoren und optional ein Drucksensor für die pneumatischen Steuersignale. Wird ein solcher Drucksensor genutzt, muss er vor einem möglicherweise vorhandenen Anhängerbremsventil oder Notbremsventil installiert werden.

Anhänger, die mit diesem System ausgestattet sind, dürfen nur von Zugmaschinen mit 7- oder 5-poligem Verbinder gemäß ISO 7638 gezogen werden. Beim Anschluss an einen 7-poligen Verbinder erhält das System Bremsanforderungsdaten über die CAN-Datenleitung gemäß ISO 11992. Beim Anschluss an einen 5-poligen Verbinder bestimmt das System die Bremsanforderung anhand der pneumatischen Steuersignale.

Optional kann auch eine zusätzliche Stopplichtstromversorgung gemäß ISO 1185 (24N) oder ISO 12098 (15-polig) installiert werden. Dies ermöglicht die Bremssteuerung mit Antiblockierfunktionalität und optional eine dynamische ALB-Regelung für Anwendungen, bei denen die ISO-7638-Verbindung nicht möglich oder nicht als normaler Betriebsmodus vorgesehen ist.

Die Bremskraftverteilung bei verschiedenen Fahrzeuglastbedingungen erfolgt über die Software. Die Lasterkennungsparameter auf Grundlage der Bremsenberechnungen werden über die Systemdiagnoseschnittstelle in die ECU einprogrammiert.