
Haldex bringt EU-konformes Reifendruckkontrollsystem auf den Markt
Haldex präsentiert ein aktualisiertes, der neuen europäischen UN ECE R 141-Regelung entsprechendes Reifendrucküberwachungssystem, das ab Mai 2024 für alle Aufliegersysteme Vorschrift sein wird.
Das TPMS 2.0-System von Haldex umfasst felgenmontierte Radsensoren, einen drahtlosen Empfänger und Steuergerät, ein optionales digitales Handgerät sowie eine Smartphone-App. Eine einfache und benutzerfreundliche Schnittstelle ermöglicht eine kontinuierliche Kontrolle des Reifendrucks und der Reifentemperatur, um den Fahrer bei Problemen mit zu niedrigem Reifendruck rechtzeitig zu warnen. Es ist zudem mit dem elektronischen Bremssystem Haldex EB+ 4.0 EBS kompatibel.
Reifen mit zu niedrigem Druck verbrauchen mehr Kraftstoff und erhitzen sich außerdem aufgrund der inneren Reibung, was wiederum im Extremfall zu einem Reifenplatzer führen kann.
Bei sinkenden Temperaturen nimmt der Reifendruck proportional ab und ein unausgereiftes TPMS-System könnte somit an sehr frostigen Tagen einen inkorrekten positiven Reifendruckalarm anzeigen. Daher sieht die seit Juli 2022 für neue Lkw- und Trailertypen geltende EU-Gesetzgebung vor, dass bei den TPMS-Druckmesswerten eine Temperaturkompensation erfolgen muss.
Bei der Datenkommunikation gelten zusätzliche technische Anforderungen: ein neues standardisiertes Datenübertragungsformat zwischen einem TPMS-Empfänger und dem, über einen kabelgebundenen CAN-Bus-Sensor laufendes EBS-System des Aufliegers. Aus diesem Grund verfügt das Reifendruckkontrollsystem Haldex TPMS 2.0 über ein Daten-Gateway, das in der Lage ist, Signale von TPMS-Empfängern anderer Marken zu lesen. Unter Verwendung eines proprietären Protokolls senden die einzelnen Radsensoren mittels eines drahtlosen Funksignals zwischen der RCU und den Rädern Daten. Die RCU bestimmt dann den Systemstatus und empfängt außerdem die analogen Signale, die anschließend digitalisiert und weitergeleitet werden.
Die Mindestanforderung ist eine Warnmeldung des Systems, wenn der Reifendruck unter einen bestimmten Schwellenwert fällt. Dieser liegt standardmäßig bei 20%, kann aber auch niedriger angesetzt werden. Bei entsprechend ausgerüsteten Lkw werden Reifendruck, Warnmeldungen, Warnhinweise sowie der Systemstatus in der Kabine angezeigt. Der gemessene Druck beträgt hierbei bis zu 10 bar.
Das TPMS 2.0-System geht über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und weist jedem Rad eine eindeutige Kennung zu. Mit Hilfe dieser nützlichen Funktion kann so ein defekter Reifen leichter identifiziert werden. Bei einer einzelnen, schleichenden Reifenpanne - z.B. bei einem achtachsigen, zweirädrigen Tieflader - ist dies nämlich nicht so einfach.
Haldex bietet drei Zusatzgeräte an, um diese TPMS 2.0-Funktionalität noch besser zu unterstützen. Erstens, ein neues tragbares und drahtlos mit den Radsensoren verbundenes TPMS-Auslesegerät zur Messung des Reifendrucks, der Temperatur, ID sowie des Batteriestatus. Zweitens, zur Konfiguration des Systems arbeitet eine kleine Diagnosebox mit der Haldex-eigenen Smartphone-App zusammen. Drittens, das permanente, am Trailer montierte Haldex-Display EB+ Info Centre – das Achs-, Aufhängungs- und Bremsdiagnosedaten anzeigt – meldet Informationen zum Reifen und lokalisiert Probleme (auf welcher Achse? Auf welcher Seite?).
Das Haldex TPMS 2.0-System ist für bis zu fünf Achsen, 20 Reifen und bis zu vier Ersatzreifen konzipiert. Die UN ECE R 141-Regelung sieht zwar lediglich eine Messung der Räder vor, die den Boden berühren. Haldex geht aber noch einen Schritt weiter und stellt einen vorkonfigurierten Ersatzreifen bereit, so dass ein Servicetechniker den Reifen zum Anbringen des Sensors nicht abmontieren muss.
Die Radsensoren werden von einer nicht austauschbaren Batterie gespeist, die für einen Betrieb von sieben Jahren ausgelegt ist. Die Sensoren senden bei einem stehenden Fahrzeug weniger häufig und werden erst bei Radgeschwindigkeiten von mehr als 20 km/h aktiviert – das Ergebnis ist ein geringerer Stromverbrauch. Die 143g-Sensoren sollten bei Zwillingsrädern in einem Abstand von 180 Grad montiert werden. Die RCUs sollten nicht weiter als 3 m von den Radsensoren entfernt sein, daher benötigt man bei vollbesetzten Aufliegern möglicherweise zwei Fernbedienungseinheiten. Die Konfiguration und Diagnose des Systems erfolgt mit der Haldex-Wartungssoftware DIAG++.
Anfang des nächsten Jahres folgt dann eine weiterentwickelte Version des Haldex TPMS 2.0 RCU-Systems, das nach erfolgter Radmontage und nachdem der Trailer einige Meter gefahren worden ist, eine automatische Erkennung neuer Radsensoren und deren Position ermöglicht. Dieses, für einen bestimmten Aufliegertyp vorkonfigurierte Plug-and-Play-System ist so konzipiert, dass ein Techniker die Radsensor-IDs nicht mehr manuell in das System eingeben muss.
Dank einer verbesserten Leistung und Verkehrssicherheit seiner Produkte für die Kunden übertrifft Haldex heute schon, aber auch künftig die gesetzlichen Vorgaben.



