
Haldex SUMS unterstützt Trailerhersteller bei der Einhaltung der EU-Vorgaben zur Typgenehmigung
Mit dem Software Update Management System (SUMS) bietet Haldex eine Lösung, die Anhängerherstellern dabei hilft, die Anforderungen der EU-Verordnung R156 zu erfüllen. Das System wird als Bestandteil des Gesamtpakets zusammen mit den Bremssystemen von Haldex bereitgestellt und unterstützt die Dokumentation sowie Kontrolle von Softwareänderungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs hinweg.
Seit Juli 2024 schreibt die EU-Verordnung R156 für alle neu typgenehmigten Fahrzeugtypen ein Software Update Management System vor. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist endet im Juli 2026 die Möglichkeit zur Nachrüstung. Fahrzeuge oder Anhänger ohne entsprechendes System könnten ab diesem Zeitpunkt keine Zulassung mehr erhalten. Damit wird SUMS zu einem festen Bestandteil des Typgenehmigungsprozesses.
„Die Gesetzgebung soll sicherstellen, dass das Fahrzeug während seiner gesamten Lebensdauer im Einklang mit seiner ursprünglichen Typgenehmigung genutzt wird“, erklärt Alexander Kraus, Produktmanager für elektronische Bremssysteme bei Haldex. Das System dient der Überwachung von Softwareständen und verhindert unautorisierte Änderungen an genehmigten Fahrzeugfunktionen.
Transparente Verwaltung von Softwareständen
Das Haldex SUMS basiert auf einem webbasierten Portal. Fahrzeughersteller registrieren sich als Unternehmen, verwalten ihre Benutzer und erfassen ihre Anhänger in einer zentralen Datenbank. Dort werden Fahrgestellnummern mit den verbauten Bremssystemen und den jeweiligen Softwareversionen verknüpft.
Die Bedeutung solcher Systeme wird durch die zunehmende Digitalisierung moderner Nutzfahrzeuge unterstrichen. Als Beispiel nennt Haldex die seit 2024 vorgeschriebene Reifendrucküberwachung, die mit dem Bremssystem vernetzt ist. Änderungen an sicherheitsrelevanten Softwarefunktionen müssen dokumentiert, geprüft und freigegeben werden, um die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen sicherzustellen. Die Verordnung R156 wurde entwickelt, um die Nachverfolgbarkeit solcher Änderungen zu gewährleisten.
Unterstützung für Fahrzeughersteller
Die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften liegt bei den Fahrzeugherstellern. Zulieferer können zwar keine eigenständige Typgenehmigung für ihre Systeme erhalten, ihre Prozesse und Produkte jedoch zertifizieren lassen. Haldex ist im Bereich SUMS nach ISO 24089 zertifiziert und strebt zusätzlich eine Zertifizierung nach ISO 21434 für Cybersicherheit an. Dies erleichtert Herstellern die Umsetzung der regulatorischen Anforderungen.
Nach der Anmeldung erhalten Hersteller einen Überblick über alle von ihnen gebauten Anhänger mit Haldex-Bremssystemen sowie deren Konfigurationen. Die Plattform dokumentiert verbaute Komponenten und die zugehörigen Softwarestände in einer zentralen Datenbank.
Kontrollierte Änderungen und vollständige Rückverfolgbarkeit
Nach Installation und Konfiguration eines Bremssystems können die relevanten Parameter gesperrt werden. Zusätzlich erfolgt nach 500 Kilometern eine automatische Sperrung durch das System. Änderungen an den Einstellungen oder Softwareupdates sind anschließend nur nach Genehmigung durch den Fahrzeughersteller möglich. Anfragen werden über das Portal gestellt und können dort freigegeben oder abgelehnt werden.
Dadurch entsteht eine lückenlose Dokumentation aller Änderungen. Zwar erfordert der Freigabeprozess zusätzlichen Aufwand, die Rückverfolgbarkeit gilt jedoch als wesentliche Voraussetzung für die heutige Typgenehmigung.
Hersteller sind dabei nicht verpflichtet, die Haldex-Plattform zu nutzen. Sie können auch eigene SUMS-Lösungen entwickeln. Nach Angaben von Haldex bieten solche Eigenlösungen jedoch nicht immer automatische Benachrichtigungen über verfügbare Updates oder eine zentrale Übersicht über Softwareänderungen.
Cybersicherheit gewinnt an Bedeutung
Neben den Anforderungen an das Softwaremanagement rückt auch das Thema Cybersicherheit zunehmend in den Fokus. Obwohl die Regelung R155 derzeit noch nicht für Anhänger gilt, bereitet sich Haldex bereits darauf vor. Die neueste Hardwaregeneration verfügt über einen Mikroprozessor mit Verschlüsselungsfunktion. Zusätzlich wurde eine signierte Bootloader-Software eingeführt, die überprüft, ob installierte Software aus einer autorisierten Quelle stammt. Damit soll verhindert werden, dass manipulierte oder gefälschte Software auf das System aufgespielt wird.
Mit zunehmender Vernetzung und Automatisierung von Fahrzeugen steigt die Bedeutung solcher Schutzmaßnahmen. Haldex sieht darin einen wichtigen Baustein für die Sicherheit zukünftiger Fahrzeugsysteme.
Schneller Einstieg in die Plattform
Die Nutzung des Haldex SUMS ist auf eine einfache Implementierung ausgelegt. Die Registrierung dauert laut Haldex etwa fünf Minuten. Der erste Benutzer erhält Administratorrechte und kann weitere Nutzer anlegen. Die Erstkonfiguration erfolgt über das Haldex Service Desk, das eine Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden anstrebt. Ergänzend stehen ein Benutzerhandbuch, Supportleistungen sowie Schulungsangebote zur Verfügung.
Für bereits vor Inkrafttreten der gesetzlichen Vorgaben installierte Komponenten gelten die bisherigen Prozesse. Neu eingebaute und konfigurierte Teile müssen künftig in der Plattform registriert und der jeweiligen Fahrgestellnummer zugeordnet werden. Die Migration bestehender Daten erfolgt dabei weitgehend automatisiert.



